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Studentische Forschung beim Nationalen Forum für Fernerkundung und Copernicus 2026
Wie Open Data, Satellitendaten und Geoinformation Veränderungen im urbanen Raum sichtbar machen
12/05/2026
Florian Weigenthaler aus dem Studiengang „Angewandte Geodäsie und Geoinformatik“ präsentierte seine studentische Forschungsarbeit auf einer der zentralen Plattformen für Fernerkundung und Copernicus-Anwendungen in Deutschland: dem Nationalen Forum für Fernerkundung und Copernicus 2026 im European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt.
In der Session „Forschung trifft Anwendung – Bandbreite von KI in der Erdbeobachtung“ stellte er seine Studie zur Kartierung urbaner Transformation aus Sentinel-2-Mosaiken einem Fachpublikum aus Forschung, Verwaltung, Raumbeobachtung und Anwendungspraxis vor. Damit wurde die Arbeit in einem Umfeld präsentiert, in dem aktuelle Entwicklungen der Erdbeobachtung direkt mit gesellschaftlichen und planerischen Fragestellungen verknüpft werden. Ergänzend präsentierte er die laufende Studie in der Postersession und diskutierte die Ergebnisse mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Fernerkundung und Copernicus-Nutzung. Die Vortragspräsentation steht online zur Verfügung und gibt einen kompakten Einblick in Fragestellung, Methodik und zentrale Ergebnisse der Studie.
Die Studie mit dem Titel „Urbane Transformation im Blick von Sentinel-2: Ein dynamischer Referenzdatensatz für die Zukunft der Stadtentwicklung“ ist eingebettet in die langjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Feature und Label Engineering von Prof. Andreas Schmitt und Dr. Sarah Hauser im Labor für Photogrammetrie und Fernerkundung der Fakultät für Geoinformation. Sie zeigt exemplarisch, wie aktuelle methodische Entwicklungen aus der Fernerkundung bereits in studentischen Projekten aufgegriffen und in anwendungsnahe Fragestellungen überführt werden können.
Im Zentrum des Vortrags stand die Frage, wie frei verfügbare Sentinel-2-Satellitendaten mit offenen Geobasisdaten der Bayerischen Vermessungsverwaltung kombiniert werden können, um Veränderungen im urbanen Raum zeitnah, flächendeckend und nachvollziehbar zu erfassen. Damit adressiert die Studie ein hochaktuelles Thema: die datenbasierte Beobachtung von Stadtentwicklung, Flächenversiegelung, Vegetationsdynamik und klimarelevanten Veränderungen im Siedlungsraum. Mithilfe des HELIX-Ansatzes von Dr. Sarah Hauser entstehen dabei nicht nur detaillierte Kartierungen stadtnaher Vegetation (Abb. 1) und struktureller Heterogenität (Abb. 2), sondern auch belastbare Hinweise auf konkrete Transformationsprozesse wie Neubautätigkeit, Nachverdichtung, Entsiegelung oder Renaturierung.
Besonders relevant ist, dass die Studie nicht nur einzelne Kartierungen bekannter Bereiche erzeugt, sondern auch die Übertragbarkeit des Ansatzes unter Beweis stellt: getestet wurden sowohl der zeitliche Transfer über mehrere Jahre als auch der räumliche Transfer auf Daten der Stadt Augsburg. Die Anwendung auf Sentinel-2-Daten des Ahrtal-Überflutungsgebiets von 2021 zeigte zudem, dass der Ansatz sensitiv genug ist, um auch kurzfristige und ereignisbezogene Veränderungen im Kontext von Naturkatastrophen aus dem All sichtbar zu machen.