Abschlussarbeit

Kombination von GNSS-Messungen mit stützenden tachymetrischen Beobachtungen am Hochstaufen

Landschaft mit Person und Instrument
Standpunkt (Foto: Christian Gerstmeier)

Details

Extern/e Autor:in
Christian Gerstmeier
Intern/e Betreuer:in
Prof. Dr. Peter Wasmeier
Abschluss
Bachelor
Studiengang
Angewandte Geodäsie und Geoinformatik
Jahr
2026
Fakultät
Fakultät für Geoinformation
Status
abgeschlossen
Themengruppe
Geodätische_Messtechnik

Um Gesteinsbewegungen im Gipfelbereich des Hochstaufens bei Bad Reichenhall langfristig zu überwachen, werden seit 19 Jahren regelmäßig geodätische Deformationsmessungen durchgeführt.

Das Ziel der vorliegenden Abschlussarbeit ist es, das bestehende GNSS-Netz aus dem Jahr 2024 durch unabhängige tachymetrische Beobachtungen zu erweitern, um Restrotationen auszugleichen und ein hybrides Netz zu erstellten. Durch die Kombination von Tachymetrie und GNSS sollten potentielle systematische Effekte identifiziert, sowie die Aussagekraft und Signifikanz der zuletzt durchgeführten Deformationsanalyse erhöht werden.

Zu diesem Zweck wurden im September 2025 die tachymetrischen Messungen am Hochstaufen durchgeführt. Das alpine Messgebiet ist durch große Höhendifferenzen zwischen den 14 Messpunkten und eingeschränkte Sichtverbindungen geprägt. Insgesamt wurden auf 15 Standpunkten jeweils drei Vollsätze gemessen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit behandelt die Einflüsse von lokalen Lotabweichungen auf die gemessenen Richtungen und Vertikalwinkel. Durch die entsprechende Korrektur der Messwerte, konnten diese Einflüsse reduziert werden. Die Auswertung zeigt, dass durch nicht berücksichtigte Lotabweichungen Koordinatendifferenzen von mehr als einem Zentimeter entstehen. Bei den Punkthöhen wirkt sich das Anbringen der Korrekturen am stärksten aus.

Die tachymetrischen Beobachtungen wurden zuerst separat in einer freien Ausgleichung ausgewertet und anschließend gemeinsam mit den GNSS-Beobachtungen in einem hybriden Netz vereint. Im Rahmen einer gelagerten Ausgleichung konnten keine signifikanten Restrotationen des Basisliniennetzes festgestellt werden.

Die verschiedenen Deformationsanalysen weisen zahlreiche Lageveränderungen im Millimeter bis Zentimeterbereich der Netzpunkte nach. Besonders deutlich sind die Höhendeformationen, die Werte von über vier Zentimeter erreichen. Die Übereinstimmung mit dem Netz aus 2016 erwies sich als besser als der Vergleich mit den Messergebnissen aus 2024.

Abbildungen

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