Abschlussarbeit

Visuelle Identität im Film und dessen Außendarstellung – Konzeption und Design am Beispiel eines Kurzfilmprojekts

Filmplakat
Friedenstraße - a film by Mia Regen (Entwurf: Mia Regen)

Details

Extern/e Autor:in
Mia Regen
Intern/e Betreuer:in
Prof. Dr. Markus Oster
Abschluss
Bachelor
Jahr
2026
Fakultät
Fakultät für Geoinformation
Status
abgeschlossen
Themengruppe
Geomedientechnik

Die Bachelorarbeit „Visuelle Identität im Film und dessen Außendarstellung - Konzeption und Design am Beispiel eines Kurzfilmprojekts“ untersucht, wie Filme durch gezielte gestalterische Entscheidungen eine eigenständige visuelle Identität entwickeln und wie sich diese konsequent in der Außendarstellung fortsetzen lässt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie visuelle Identität so gestaltet werden kann, dass sie wiedererkennbar ist und die inhaltliche Essenz eines Films weitertransportiert.

Ausgehend von theoretischen Ansätzen aus Filmwissenschaft, Design- und Markenforschung wird der Begriff der visuellen Identität auf den Film übertragen. Visuelle Identität wird dabei als Zusammenspiel aus filmischer Gestaltung (Farbe, Licht, Kamera, Schauplatz und Ausstattung) und grafischer Außendarstellung (z. B. Plakate, Cover oder Trailer) verstanden.

Der theoretische Teil der Arbeit beleuchtet die zentralen Gestaltungsmittel filmischer Visualität. Farbe und Licht werden als besonders wirkungsvolle narrative Werkzeuge herausgestellt, da sie Stimmung, Emotion und Wahrnehmung maßgeblich beeinflussen. Die Kameraarbeit, wie etwa Einstellungsgrößen, Perspektiven, Brennweiten oder das Bildformat, wird als aktives Mittel der Bedeutungsproduktion analysiert. Ergänzt wird dies durch die Betrachtung von Schauplatz und Ausstattung, die als Träger von Atmosphäre, Genrezuordnung und emotionalem Raum fungieren. Anhand ausgewählter Filmbeispiele wird gezeigt, wie sich aus der konsequenten Anwendung dieser Mittel eine unverwechselbare visuelle Handschrift entwickeln kann.

Darauf aufbauend widmet sich die Arbeit der Außendarstellung von Filmen als Erweiterung der filmischen Welt. Filmplakate, Typografie und andere grafische Elemente rahmen den Film, erzeugen Erwartungen und prägen den Zugang des Publikums maßgeblich. Besonders Filmplakate werden als visuelle Verdichtungen analysiert, die Stimmung, Genre und thematische Kernelemente eines Films auf einen Blick vermitteln. Typografie nimmt dabei eine verbindende Rolle ein, da sie sowohl in der Außendarstellung als auch im Film selbst identitätsstiftend wirkt.

Im praktischen Teil wird das theoretische Wissen anhand des eigens entwickelten Kurzfilmprojekts Friedenstraße angewendet. Der Film dient als Fallbeispiel für die gezielte Konzeption einer visuellen Identität: von der Farb- und Lichtgestaltung über Kamera und Schauplatz bis hin zur Gestaltung grafischer Elemente wie Logo, Typografie und Filmplakat. Die Arbeit dokumentiert dabei nicht nur die finalen gestalterischen Entscheidungen, sondern auch alternative Ansätze und bewusste Abwägungen im Gestaltungsprozess.

Die Handlung von „Friedenstraße“ thematisiert, wie schwer es sein kann, den Mut aufzubringen, sich selbst zum Handeln zu bewegen, um seinen Traum zu verfolgen. Im Mittelpunkt steht dabei eine Figur, die in zwei möglichen Versionen gezeigt wird.

Zentrales gestalterisches Leitmotiv des Films ist die Dualität zwischen den beiden Versionen der Hauptfigur und ihren unterschiedlichen emotionalen Welten. Diese Gegenüberstellung wird bewusst visuell umgesetzt: Kühle Blautöne und weitwinklige Einstellungen unterstreichen den Stillstand und die emotionale Schwere von Figur A, während warme Gelbtöne und nahe Einstellungen bei Figur B für Hoffnung und Bewegung stehen. Die konsequente Farbdramaturgie bildet ein zentrales verbindendes Element der visuellen Identität und wird auch in der Außendarstellung aufgegriffen.

Auch die Schauplätze, insbesondere die wiederkehrende Bushaltestelle und die nächtliche Friedenstraße, entwickeln sich zu visuellen Konstanten mit hohem Wiedererkennungswert und prägen die visuelle Handschrift des Films. Typografie und der entwickelte Titelschriftzug fungieren als verbindendes Element zwischen Film und Außendarstellung, indem das Gelb der filmischen Farbwelt aufgegriffen wird und die Logoform formal an das Straßenschild der Friedenstraße angelehnt ist.

Insgesamt zeigt die Arbeit, dass visuelle Identität im Film als vielseitiges und inhaltlich motiviertes System verstanden werden kann, das sich über verschiedene Ebenen und Medien hinweg entfaltet. Sie verdeutlicht, wie visuelle Identität auf theoretischer Grundlage geplant und in der Praxis umgesetzt werden kann, um Emotionen zu transportieren und Wiedererkennbarkeit zu schaffen.

Impressionen

4/4