Abschlussarbeit
Entwicklung eines Resilienz-Scores zur Analyse von Dürrewirkungen – Fallstudie aus Bayern
Details
- Extern/e Autor:in
- Gottfried Alexander Möckl
- Intern/e Betreuer:in
- Prof. Dr. Wilfried Hagg
- Abschluss
- Master
- Studiengang
- Geomatik
- Jahr
- 2026
- Fakultät
- Fakultät für Geoinformation
- Status
- abgeschlossen
- Themengruppe
- Geologie_Geographie
Dürren gehören zu den komplexesten Umweltphänomenen und wirken räumlich äußerst unterschiedlich. Um diese räumliche Variabilität systematisch zu erklären, wurde ein neuartiger, merkmalbasierter Resilienzscore entwickelt, der Dürrewirkungen in einem weitaus breiteren Umfang erfasst und daraus die Resilienz für das jeweilige Merkmal ableitet. Resilienz wird hierbei definiert als die Widerstandsfähigkeit eines Landkreises gegenüber Dürren. Der Ansatz basiert auf 25 Gebietsmerkmalen aus vier Kategorien: meteorologisch, hydrologisch, landwirtschaftlich und infrastrukturell. Für jedes Merkmal wurden individualisierte Bewertungsmethoden entwickelt, die eine einheitliche Klassifikation auf einer Skala von 1 (sehr geringe Resilienz) bis 5 (sehr hohe Resilienz) ermöglichen.
Der Resilienzscore wurde exemplarisch auf drei bayerische Landkreise angewendet: Rottal-Inn, Eichstätt und Haßberge. Eichstätt weist mit 89 Resilienzpunkten die höchste Resilienz auf, gefolgt von Haßberge (79) und Rottal-Inn (77). Die Unterschiede ergeben sich aus spezifischen strukturellen Gegebenheiten wie Niederschlagsmuster, Abflussstabilität, Landnutzungsstruktur und anthropogenen Eingriffen. Besonders infrastrukturelle und meteorologische Merkmale differenzieren die ausgewählten Landkreise, während landwirtschaftliche und hydrologische Merkmale einen geringeren Beitrag zur Differenzierung liefern.
Die Methodik basiert bewusst auf frei verfügbaren Datensätzen und transparenten, reproduzierbaren Verfahren, um eine breite Anwendbarkeit für Entscheidungsträger in Verwaltung, Wasserwirtschaft und Landwirtschaft zu ermöglichen. Eine zentrale Erkenntnis der Arbeit ist, dass sich die Komplexität von Dürren zwar nicht vollständig reduzieren lässt, aber in eine nachvollziehbare und anwendbare Bewertungslogik überführt werden kann, die dennoch ausreichend differenziert, um lokale Unterschiede sichtbar zu machen.