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Rom am Ammersee
Zwischen Schondorf und Utting gibt es jedes Jahr ein besonderes Labyrinth.
27/07/2026
Was macht dieses Labyrinth so interessant, dass viele Zeitungen und Medien darüber berichten?
Zuerst einmal die Kombination der Pflanzen wie Hanf, Mais, Sonnenblumen, Malve etc... Dann die außergewöhnlichen Motive und Veranstaltungen. Und ganz wichtig, die Qualität und Genauigkeit mit der die Motive auf das Feld übertragen werden.
Und genau hier kommen die Studierenden des Bachelorstudiengangs "Angewandte Geodäsie und Geoinformatik" der Fakultät für Geoinformation mit ins Spiel. Als anwendungsorientiertes Lehrprojekt übertragen sie die Motive auf das Feld.
Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Familie Ernst, die einen Bio-Bauernhof, einen Klettergarten in Form eines Piratenschiffes, ein kleines Weingut und eben dieses Labyrinth betreiben. Für unsere Studierenden ist es eine besondere Gelegenheit, ihr Wissen und Können aus dem Studium auch praktisch zeigen zu können. Anwendungsorientierte Lehre ist hierbei eine der großen Stärken unserer Fakultät.
Seit 28 Jahren gibt es das Labyrinth schon, seit 25 Jahren sind wir vom Labor für Geodätische Messtechnik mit dabei. Die Motive werden von der Familie Ernst zur Verfügung gestellt und haben meist einen Bezug zu einem Jubiläum, einer Weltmeisterschaft oder einem aktuellen Thema. Verschiedene Landkarten, Biene Maja, Da Kini, die Maus, Asterix, Wicki und die Wickinger waren schon ein Motiv und noch viele mehr. Mal bei www.exornamentis.de vorbeischauen.
Dieses Jahr gab es das Thema Rom mit dem bekannten Kolosseum. Das trifft sich für unsere Fakultät sehr gut, da wir seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege Teile des Limes und andere römische Bodendenkmäler vermessen. -> mehr dazu
Wie kommen jetzt die Bilder auf das Feld? Wir arbeiten mit hochgenauen GNSS. GPS kennt ein jeder, GNSS ist die Kombination mehrerer Navigationssysteme. Dazu gehören GPS (USA), GALLILEO (Europa), BEIDOU (China) und GLONASS (Russland). Durch spezielle Instrumente und Messverfahren können wir in Echtzeit Genauigkeiten von unter 3 cm erreichen. Um das Motiv "abstecken" zu können wird dieses vorab georeferenziert, d.h. jedes Pixel im Bild erhält eine Koordinate und kann damit in die Natur übertragen werden. Wie es dann weitergeht soll unser kleines Geheimnis bleiben.
Anschließend ist die Familie Ernst dran: sähen, pflegen, ausschneiden, Wege ausstreuen, das ganze Drumherum (Zäune, Hütte, Spielstationen etc). Viel Arbeit! Und daher ist die Verantwortung bei der Übertragung des Motivs sehr groß. Eine fehlerhafte Vorbereitung oder Vermessung würde das Labyrinth unbrauchbar machen. Wenn man ein so großes Objekt in die Wirklichkeit überträgt sieht man ja nicht, ob es gut aussieht. Man ist zu nah dran. Durch den Einsatz einer Drohne kann man das heute glücklicherweise schnell überprüfen. Schauen sie sich das Luftbild an und sie werden, genau wie wir, begeistert sein.
Bis es dieses Jahr aber soweit war, flossen die Sonnencreme und die spendierten Getränke in Strömen. Denn die die Sonne brannte heiß und der Schatten war rar. Und da auch weniger Studierende teilnehmen konnten, wurde die Vermessung von einem Team aus Studierenden, Mitarbeitenden des Bauernhofes, Professoren und Ehemaligen erledigt.
Ein großer Spaß trotz der vielen Arbeit, die wie immer am Ende mit einer kleinen Weinprobe und zünftigen Brotzeit belohnt wurde.
Ein großer Dank an alle Mitwirkenden. Ohne ihren Einsatz und ihre genaue Arbeit wäre das Labyrinth in dieser Qualität nicht durchführbar.